Die neue Aarberger Bühne

Nach dem Weggang des Gründers Andreas Huber im Jahre 2001 musste sich der Verein neu ausrich-ten. Mit Beat Aerni wurde ein neuer Präsident gefunden. Als wichtigste Änderung wurde zudem be-schlossen, auf die Herbstaufführungen zu verzichten und künftig nur noch ein Stück – jeweils zwi-schen Ende Januar und Mitte März – zu spielen. Der Aufwand für zwei Produktionen pro Jahr war zu gross geworden.

Um den Verein finanziell auf gesunde Füsse zu stellen, wurde entschieden, die Anzahl der Vorstel-lungen zu erhöhen: zunächst auf 22, später auf bis zu 25 Aufführungen. Los ging es im Jahr 2001 mit dem Stück «Dr Neurosekavalier». 2003 folgte dann die Komödie „No Sex please we’re British“. Das Besondere an diesem Stück war vor allem der Medienrummel rund um die Hauptdarstellerin Mariza Trachsel, welche 1998 als erste Miss Teenie Schweiz gekürt wurde. «Der Blick» brachte in der Folge einen Beitrag, der unser Theater im ganzen Land bekannt machte.

Dies war quasi eine Initialzündung, denn ab diesem Zeitpunkt waren unsere Vorstellungen jeweils meistens innerhalb von drei Wochen ausverkauft. Das beflügelte die Regisseurinnen und Regisseure sowie die Darstellenden natürlich ungemein und man war bestrebt, mit jedem neuen Theaterstück noch besser zu werden.

So wurde 2026 die Gaunerkomödie «Arsène Lupin und das Collier der Königin» zur wohl aufwendig-sten Inszenierung. Die noble Ausstattung des Simplon-Nostalgie-Express war herausfordernd. Die passenden Sessel, die goldenen Tischchen, die Utensilien, die nostalgische Tapete oder auch der Teppich im Bahnwagen wurden akribisch zusammengetragen. Der technische Aufwand für Licht und Ton war enorm und in diesem Ausmass neu für die Aarberger Bühne. Damit die komplexe Inszenie-rung überhaupt umgesetzt werden konnte, musste die Technik ausgebaut und den digitalen Anfor-derungen angepasst werden: die Technikloge wurde vergrössert und mit neuen Mischpulten sowie einem Verfolger ausgestattet, die neu digital gesteuerten Toneinspielungen erfolgten über einen Laptop. Neue Lautsprecher und farbiges Licht ergänzten die Ausstattung.

So konnte etwa die Zugreise von Paris nach Venedig auf einem als Zugfenster getarnten Grossbild-schirm quasi live verfolgt werden. Um die Zugfahrt in die Schweiz auf Video zu dokumentieren reiste unser Techniker extra mit einer Filmkamera ins benachbarte Frankreich. Für die epochengetreue Garderobe der Darsteller wurde man im Fundus  des Stadttheater Solothurn fündig.

Insgesamt hat sich der Aufwand mehr als gelohnt. Es hett gfägt.

Die Aarberger Bühne belegt(e) den Keller «nur» für die Dauer der Proben und Vorstellungen. Von März bis Oktober blieb das Theater jeweils ungenutzt. Deshalb wurde die Idee diskutiert, das Ringmuur-Theater auch für andere Kleinkunstbeiträge zu öffnen. So spielte erstmals das Cabaret Barquet an Sylvester 2002 sein Programm „Who more“. Weitere Anlässe, z.B. des Kulturvereins Aarkultur, folgten. Mit der Zeit jedoch wurde der Aufwand zu gross. Für jede Veranstaltung mussten freiwillige Helferinnnen aus dem Verein aufgeboten werden, u.a. für Reinigungsarbeiten vor und nach den Darbietungen sowie für die Betreuung der Technik und den Betrieb des Bistros. Da viele unserer Mitglieder im Berufsleben stehen und auch privat engagiert sind, fanden sich kaum mehr helfende Hände. So haben wir nach ein paar Jahren diese «externen» Veranstaltungen wieder aus dem Programm genommen... bis vor Kurzem: im Frühjahr 2026 haben wir, wiederum mit dem Cabaret Barquet, einen neuen Anlauf genommen.